Buch: Wo drei Flüsse sich kreuzen

Buchrezension: Wo drei Flüsse sich kreuzen – The Good People von Hannah Kent, droemer 2017
Was ist Aberglaube, was ist Irrglaube, Glauben oder Wissen? Dass alle Rothaarigen Hexen seien, wäre schon mal die erste Kategorie. Der grossartig geschriebene und gut recherchierte Roman von Hannah Kent erzählt die Geschichte einer alten Heilerin im Irland von 1825. Sowohl deren Wissen als auch deren Grenzen werden eindrucksvoll in ein Gesellschaftsbild der damaligen Zeit eingewoben. Dass Feen existieren, ist für die Dorfbewohner gar keine Frage, trotz aller Mühen des neuen Pfarrers, sie von diesem Glauben abzubringen. Die Handlung dreht sich um ein leidendes behindertes Kind, und den verzweifelten Versuch, es zu heilen – bzw. diese Version des Kindes den Feen zurückzubringen, damit sie das gesunde Kind wieder hergeben. Ganz so freundlich sind die Feen nämlich nicht. Sie geben die Gaben der Hellsichtigen, ebenso jedoch entführen sie jene, die sich plötzlich seltsam verhalten, schlafwandeln und deren Seele verloren ging. Diese und andere Ereignisse werden aus Sicht der Dorfbewohner sehr spannend geschildert, und die zwiespältige Rolle der Heilerin darin, ebenso wie eine Kindheit zu jener Zeit aussah. Das Kräuterwissen wird uns als notwendig und positiv dargestellt. Ich wünsche uns allen, dass wir, die wir Altes Wissen wieder ehren wollen, lernen, die Kategorien Glauben, Wissen, Spüren, Aberglaube gut auseinanderzuhalten. Dafür gibt es solche Bücher, die auch noch gut unterhalten. Uns aber nachdenklich zurücklassen, dies dank der anspruchvollen Haltung. Auch die Sprache ist literarisch eine Wohltat. Zu diesen Themen gibt es eben oft fantasyromane, von denen sich dieser unterscheidet.  Punktabzug: Das Titelbild sowie der deutsche Titel hat wie so oft keinen Zusammenhang mit dem Inhalt des Buches. Zusätzlich habe ich auf meinem Foto „Anam Cara“ von John O´Donohue festgehalten, ein Philosophischer Klassiker über die Grundwerte der keltischen Kultur. Und, weil sie so schön sind, die Karten des Chrysalis Tarot, durch welche sich keltischer Motive ziehen, die aber kulturübergreifende Archetypen verwenden. KayUte Kühn 2018

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