Unangenehmes

Ich fand gerade heraus, dass Unangenehmes gleich zu erledigen, es viel weniger unangenehm macht. Ich verbringe dann weniger Zeit damit, mir das Unangenehme auszumalen und vorzustellen. Und am Ende ist es ja nicht wirklich schlimm. Es ist mit einer latenten Angst aus frühen Zeiten verknüpft.

Zum Beispiel etwas umzutauschen, das nicht passt. Wie einfach es geworden ist! Aber dennoch- man hat etwas falsch gemacht, das war einmal mit Bestrafung oder Häme belastet. Auch Anträge abzugeben ist mir außerordentlich unangenehm, jeder Fehler könnte Folgen haben, die sich auf meine Existenz auswirken. Da ist zwar niemand, der mir Vorhaltungen machen könnte, das hatten wir lange genug!

Angst ist da nur für irgendwann einmal, wenn ich so alt bin, dass ich tatsächlich nichts mehr auf die Reihe kriege. Ich bin schon tüdelig, wie man hier sagt. Mir fallen Dinge aus der Hand. Die Kraft wird weniger. Und manches kapiere ich auch nicht mehr, und wenn ich dann auf fremde Hilfe angewiesen wäre, würde ich auch das unangenehm finden. Wie mein Vater mit 92. Er könnte Hilfe bezahlen, aber Fremde sind bei uns zu Hause schon immer unangenehm gewesen. Dabei sind doch die Verwandten manchmal so viel unangenehmer, und aus den Fremden suchte ich mir immer meine Wahlverwandtschaft heraus. Nun sind die ja auch so alt wie ich. Und krank. Und wollen gar keine Hilfe….Dazu gibt es noch Hippies, die quasi obdachlos sind, weil jahrelang im Auto gewohnt, das nun kaputt ist. So eine Situation ist richtig richtig unangenehm, wenn man sich ins Aus manövriert hat. Wohnen gegen Hand erfordert Arbeit, die Kräfte reichen nicht, oder die Depression macht alles zunichte. Die Wahrheit ist, das Lebenskonzept funktioniert nur zeitweise. Man verlernt dabei, sich anzupassen, und behauptet dann auch noch, das sei Freiheit.

Jaja, ist noch nicht so lange her bei mir. Ich hatte doch Glück, nun ein Zuhause, und alt genug um zu machen, was ich will. Das heißt, Kaffee trinken, wann ich will, viel schlafen und die Natur betrachten. Ein Haus und meine Katzen versorgen. Bedürftigen Hippies aus dem Wege gehen…ein gebranntes Kind…Unangenehm sind Schmerzen, da kann man mit leben.

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