Bücher von heute

Heute fand ein Garagenflohmarkt im Dorf der Bärtigen statt. Es ist viel größer als mein Dorf. Bei uns gibt es keine Männer im Alter von etwa vierzig, die lange Bärte tragen, Bären von Männern, die im Garten und Landschaftsbau tätig sind und Familien mit Kindern haben, die entweder Motorrad fahren oder Wacken-Fans sind oder selbst in einer Heavy-metal-Band spielen. So sehen sie aus, ich habe nicht gefragt. In jenem Dorf gibt es sie, freundlich, und es ist auch ein wunderschönes Dorf. Eichhörnchen rannten über die Straße, überhaupt nicht scheu.

Und es gibt da auch alte Damen, die lesen. Junge Damen auch, aber die lesen wohl erotische oder romantische Geschichten. Auch Vampir-stories sind in bei den Gothic-Ladies, für die es hier auch jährliche Festivals gibt, in denen man sich seltsam kostümiert. Schwarze Szene heißt das. Das entnehme ich der Zeitung.

Es ist ein wenig der Gegenentwurf zur Idylle mit den Blumenkübeln, aber es ist auch ein Massenevent. Man könnte natürlich auch zur Mittelalterszene gehören.

Das Schöne ist, man kann mit Jedem reden.

Pferdesachen, Hundebetten, Taschen aus Marrakesch. Mit Elefanten bestickte Seidenkissen, Holzenten, Festkleider. Kindersitze, Waffeln, Steineketten, ein Gummikanu mit Paddeln. Holzdrachen aus China. Schlittschuhe, Langspielplatten von Donovan, Kuhhörner, – das ist ja richtig gut, um mein Gedächtnis zu üben. Und am besten danach alles wieder zu vergessen.

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