Schreibetüde Nr 2 im Mai mit den Wörtern Instinkt-rücken-schuldig, 300 Wörter https://wordpress.com/reader/feeds/23737740/posts/6046105588
Das Grün der Bäume macht diese um ein Vielfaches breiter und dichter, so als wenn all das näher heran rücken würde. Sie teilen sich den Raum indem sie umeinander, ineinander und in die Höhe wachsen. Der gelegentliche Regen bewirkt dies. Manch eine Pflanze wird schneller höher und begräbt die anderen unter den ausladenden Blättern. Diesmal haben die Kornblumen gewonnen, die Brennessel holt auf, die Wildrosen brechen dazwischen durch. Keine Pflanze fühlt sich schuldig für den Instinkt des Überlebens.
Wuchert der Weg zu, dann greift der Mensch zu Maßnahmen. Instinkt ist etwas Tierisches, wir haben es auch, doch die restliche Welt da draußen hat auch dieses lebendige Wissen um den Platz im Raum.

Fünf Menschen sitzen im Zimmer und üben das Trommeln auf Djembe und dies zum ersten Mal mit fachkundiger Anleitung. Konzentration liegt in der Luft. Der Raum ist eng und in die Mitte hat sich der große Hund gelegt. Was immer in diesem Energiefeld geschieht, – die Lautstärke macht ihr nichts, der alten Hündin. Sie ist ein Herdenschutzhund, der immer seine Herde oder sein Rudel zusammenhalten will, und wer da ausbricht, wird gemaßregelt.
Plötzlich steht sie auf, und wuselt um einen der Teilnehmer herum, der schon zuvor nervös war und wohl auch leicht gereizt. Er kommt nicht mit in dem neuen Tempo. Nun soll der Hund schuldig sein, der alte Mann springt entnervt auf und schreit: entweder der Hund geht oder ich!
Sie hat gespürt mit ihrem Instinkt, dass da einer aus der Truppe ausscheren will, abhauen, sich ausklinken. Sie wollte Entspannung bringen, indem sie mit ihm spielen wollte. Teil von etwas sein, einer Gruppe , einem Raum und der Musik, dabei noch entspannt und freudig, das ist nicht so einfach . Und, unerträglich für den Menschen. Dabei würde gerade Musik die Linie sein, auf der man gemeinsam schwingen kann in Energie.


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