Und die Kunst

Die Kunst kann so vieles. Aber es ist doch ein äußerst undifferenzierter Begriff. Kunstgriff Kunstbegriff. Ich denke nach, warum mag ich nicht an solch einem old school Event teilnehmen wie diesem Kunstgriff. Es ist toll organisiert, es wird einem in den Schoß gelegt die Werbung und der Rahmen. Es liegt auch nicht an den Künstlern, von denen es jede Bandbreite gibt. Studierte , ehemalige Großstädter, Teilnehmer bei der Brücke, und jede Art von Kunstschaffen von Malerei bis Film. Der Betrachter kann sich aussuchen, wo er hingeht. Der Sinn von Kunst ist im Schaffen, zuerst. 

Und bei manchen sieht man es auch. Das kommt von Innen. Man kann sich mit dem Formalen beschäftigen, der Technik, mit Vorbildern und Stilen, der Thematik. Und auch Therapie wird heutzutage mithilfe von Kunst ausgeführt. 

Aber viele Menschen haben noch nicht ihr Inneres ausgeleuchtet. Und das Umzusetzen in analoge Form, also ins sozusagen Materielle, das ist Kunst. Früher einmal war es das, was nicht zu trennen war vom Wirklichen. Man musste auch glaube ich nicht erklären, was es bedeuten soll. Es war in einem Rahmen, ich rede hier von den ersten Künstlern der Welt…Der Rahmen war die Weltsicht eines Stammes, einer Gemeinschaft. Auch später noch, in Kirchen und Tempeln hatte alles, jedes Werk und Element eine Bedeutung, die verstanden werden konnte. Es verwies auf Dinge, die nicht jeder sehen konnte, aber hier sichtbar gemacht wurden. Der Künstler war Schamane, war einer der etwas ins Leben brachte. Es war lebendig. 

Heutzutage ist das ziemlich durcheinander geraten. Vieles wird erklärt, es wird geredet und geredet. Die Kunst des Geschichten-Erzählens ist in den Film gewandert. Da sind viele Themen zu finden, die ans Existenzielle gehen. Wo die moderne Welt das Innere trifft. 

Und mein Inneres trifft die moderne Welt irgendwie nicht. 

Wenn ich male und zeichne, dann ist das so privat, persönlich, Bilder die ich nie verkaufen könnte. Eine Bewältigung und eine Liebe. Wenn ich fotografiere, dann trifft das die Welt, bildet sie ab und doch nur ein Bild, das ich mir da mache, gelernt. Was man so einmal gelernt hat, es wird automatisch abgerufen, der Bildausschnitt, der Kontrast und das Licht. Nun gibt es solche Bilder hunderttausendfach….mir kommt das sinnlos vor. Aber aufhören kann ich auch nicht. 

Ich möchte es für mich in meine Wirklichkeit und mein Inneres bringen, was da in der Welt ist. Kontakt . So macht sich jeder seinen eigenen Rahmen. Gemeinschaftlich ist das ziemlich schwierig geworden, denn alles wird irgendwie benutzt. Besonders Bilder.

Ich lebe seit 10 Jahren mit Menschen, denen ich aufgegeben habe, meine Weltsicht zu erklären. Dafür bin ich mehr auf der Erde angekommen und nehme sehr viel mehr wahr, was um mich herum ist. Erschaffen beschränkt sich nicht auf Bilder. Vielmehr sind es innere Bilder, Träume und heute Nacht im Traum war es eine zersplitterte Glastür, die ich vergeblich versuchte, zu schließen. 

Das sind Botschaften aus dem Inneren, und oft auch aus anderen Sphären. Der Begriff von Wirklichkeit müsste sich so viel mehr erweitern, finde ich. Nur macht es Angst, das Unbekannte, und aus diesem Grund sind auch so viele Erklärer unterwegs. 

Ich weiß nicht, ob die Kunst da noch was Neues beizutragen hat. 

Eine Antwort auf „Und die Kunst“

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  1. kluge Gedanken. Die weitgehende Individualisierung, die Jagd nach Originalität, dem noch nie Gemachten und Gezeigten zerstört den letzten Rest des Rahmens, in dem alles seine Bedeutung hatte. für den Künstler bleibt nur, sich selbst an die Stelle des fehlenden Rahmens zu setzen. Dali war wohl der erste, der das begriffen hat.

    Jeder ist nun auf sich geworfen.

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