Sammlung von Eindrücken und Gedanken zum Heider KultTourtag Samstag auf dem Markt

Das Ganze als event am Pfingstsamstag auf dem Süderplatz war eine wunderbare lebendige Veranstaltung. Und ich bewundere den Einsatz aller Beteiligten.

Das musical , von dem ich nur Lieder kannte, überraschte mich mit der Darbietung. Ich hörte jemanden sagen, es sei zu anspruchsvoll für den Marktplatz. Ich glaube, die Idee und die Absicht des musicals ist ernsthaft und wurde auch so umgesetzt, insgesamt aber doch etwas überfordernd, den Texten zu folgen. Die Darstellung dagegen einfach,plastisch, fast pantomimisch und gut verständlich. In Länge von 23 Liedern kann ich mir das nicht vorstellen. Da ich die Geschichte bereits gelesen habe, bringe ich die Ankündigung einer Zukunftsvision nicht ganz in Einklang mit der Art der Aufführung. Ich hörte auch einen Musiker sagen, dass die Grundstruktur der Stücke sehr ähnlich sei, (zu ähnlich) davon verstehe ich nichts.

Ich denke, es liegt ein gewaltiger Arbeitsaufwand, Lernprozess, Gruppenprozess und mehr darin und insofern tatsächlich anspruchsvoll, egal wo und wie das Publikum jeweils in die Tiefe vordringt. Es handelt sich ja nicht um professionelle Schauspieler und das muss auch nicht so sein. Ich mag echte Menschen.

So etwas überhaupt vor zu haben, empfinde ich als mutig und lohnend, gewaltig, kennt man musicals doch nur als riesenhafte Projekte über Jahre, und eine schöne Form, Inhalt auf diese Weise in eine Stadt zu bringen, die das gebrauchen kann, die einen Anschubser von Anspruch durchaus gebrauchen kann, und nachdenklichen Inhalt. Kann ja nicht schaden. Es wäre schön, wenn sich daran mehr Interesse findet. Für den Marktplatz war es ja nicht geschaffen worden und da wird sicherlich noch einiges gefeilt, für die Bühne. Ich bin gespannt.

Der Eindruck der ganzen Gruppe Menschen: Bunt und vielfältig, herzlich und offen, mit Spielfreude die sich mitteilen möchten und Humor behalten in allen Lebenslagen. Und manchmal eine Lücke zu überbrücken ist absolut professionell. Sein wie wir sind , Erfahrungen machen, danke für den Raum der uns dafür gegeben wird. Den man sich nehmen darf.

Präsent sein, öffentlich, ist eine besondere Übung. Nicht selbstverständlich.

Sonambulo, gleich nach dem Eröffnungsabend wieder mittags auf der Bühne, -von dieser Band bin ich ein großer Fan! Leise und verträumt, leicht und präzise, mit der ungewöhnlichen Besetzung des Didjeridoo passte gut in die Didjeridoo-wave-Tage, und den eigenen Texten von Menschen, die etwas zu sagen haben -das ist Dithmarschen auch. Die haben was drauf.

Fotos: Drachenbilder von Monika Wessler, Kunst und Fotografie Sonnenspirit KayUte Kühn, Musicalband Ohrdinär, Miss Meta Art, Wolle und mehr Ellie S. Beyer, Holz und Schmuck von Andrea. Sonambulo Band. Dann war da noch das Straßentheater und Susa mit Energiebildern und und…

Mitteilen

Es geht um Geomantie. Bei Caroline Wünsche heißt es Geomediation und das passt vielleicht noch besser als Begriff. Das sich Mitteilen mit Bäumen und Felsen und alten Zeiten, das Lebendigwerden und Miteinander verweben.

Ich empfinde ihre Arbeit, Kraftplätze zu verbinden und uns nahe zu bringen, wertvoll und klar und authentisch. Daher hier ein link zu den videos.https://youtu.be/-JABiH1l7xQ?feature=shared

Geomadiation Foundation.

Und es muss getan werden. Manche haben diesen Ruf und die Wahrnehmung. Wie dankbar und froh ist die Welt darüber, der große Teil des Lebens, den fast nie mehr jemand anspricht.

Ich begann mit Geomantie 2006, doch vorher war ich schon immer Beobachterin, schon immer. Mir fällt auf, dass in den Medien so etwas kaum ein Thema ist, und anders als vor 15 Jahren findet man nicht mehr die videos von Geomanten in der ersten Reihe. Vielleicht sind wir aber auch einfach mehr und mehr in die Tiefe gegangen und es ist nicht unsere Aufgabe, neue Menschen zu überzeugen. Wir reden mit Bäumen und Vögeln. Und sind damit nicht allein.

Präsenz

Meiner bescheidenen Meinung nach wird es immer noch Präsenz geschrieben und nicht Präsens, was doch etwas anderes ist. Obwohl ich es in der Form bei Journalisten finde, was mich verunsichert. Die Betonung ist doch ganz anders. Wie dem auch sei, ich habe mich entschieden, Präsenz zu zeigen und muss dafür im Präsens anwesend sein. Und auch mit Geistesgegenwart. Von heute aus gesehen Futur, am nächsten Samstag, Pfingstsamstag mit Kunst auf dem Südermarktplatz in der Stadt Heide./https://heider-kultour-tage.de// von 10.30 bis 15 Uhr.

Da werden manch KünstlerInnen und auch Musikdarbietungen zu erleben sein. Aus persönlicher Seite ist das aufregend. Hätte nicht Miss Meta die Kunstmeile für uns klar gemacht, wäre ich vermutlich nicht so präsent. https://www.youtube.com/watch?v=D37TzoU8ADg

Sie hat auch die Lieder und die Idee für das musical entwickelt und seit Monaten wird geprobt für die erste Aufführung. Mein Freund macht da mit und alle anderen auch. https://missmetaart.de/

Nur ich, ich singe nicht.

Ich singe für die spirits. Auf jeden Fall musste ich hier https://beingalive.jimdofree.com/ meine webseite auf aktuell bringen, denn die ganzen Texte von mir finden sich bei wordpress.

Die ich oft schon längst vergessen habe. Daher weise ich noch einmal hin auf die kleine Geschichte: Der magische Ort, die nun eine eigene Seite auf der homepage hat und auch nicht so lang ist wie Marlans story https://beingalive.jimdofree.com/der-magische-ort/ Eines Tages in Druckform, wer weiß. Vielleicht gibt es auch noch mehr stories über andere Orte.Heute früh träumte ich, mein Tagebuch würde in einem reißenden Fluss davonschwimmen und ich rannte hinterher, damit das nur nicht von anderen gelesen werde. Ich sprang von hohen Felsen- ich war fit- und bekam es dann zu fassen!

Buch: Unter der Haut

von Gunnar Kaiser, Roman, 2018

Ich muss sagen, ich habe soeben erst begonnen zu lesen und war schon vorher sicher, etwas Kostbares in den Händen zu halten. Man kann sagen: Glückliche Fügung, doch meine Intuition funktioniert auf dem Flohmarkt einwandfrei. Ist ja auch eine Übungssache. Bei manchen Dingen gebe ich vorher ein ins Gehirn: Das suche ich…Doch nicht im Traum wäre mir eingefallen, dass mir ein Roman von Gunnar Kaiser begegnet. In Heide. Wo man Bücher überhaupt schon mit der Lupe suchen muss auf dem Flohmarkt, und dann sind es meist Liebesromane. Oh ja, ein paar alte Nazibücher gabs sogar auch. Und dann ….DER Gunnar Kaiser? ich wusste nicht mal, dass er Romane geschrieben hat, denn das war „vor corona“, wie man heutzutage so leichthin sagt. Mir ist Gunnar Kaiser- der ja auch letztes Jahr viel zu jung verstorben ist, was die Tragik noch vergrößert-bekannt als einer der wenigen wahrhaftig ehrlichen und konsequenten Menschen, die mir halfen, mit unermüdlichen Berichten und Interviews und respektvoller Wortwahl in allem diese „coronazeit“ zu überstehen. Als eine von Jenen, die anderer Ansicht war und dieses auch verteidigte, hatte ich das bitter nötig. Denn diese Zeit ging uns tatsächlich unter die Haut, und da ist sie noch. So manchmal scheint es, als sei sie vorbei ohne großes Drama. Aber das stimmt nicht.

Dennoch geht es in diesem Roman ja um ganz anderes. Oder geht es etwa doch um die Freiheit? Das könnte ich mir gut vorstellen, und dass Gunnar Kaiser ein Künstler des Wortes, ein kluger Philosoph und dazu auch ein sehr guter Lehrer gewesen sei, davon kann sich jeder in seinen videos überzeugen.

Und wir haben ihn gekannt. Er hat ja so viel von sich gezeigt und gegeben.

Die Hardcover Ausgabe vom Berlin Verlag ist schön gestaltet mit einem Prägedruckumschlag, wirklich für Buchliebhaber geschaffen. Und lieben kann ich es schon auf den ersten Seiten. Gunnar Kaiser ist mein Held. Wie ich dem Interview entnehme, ist das Buch bereits in 6 Sprachen erschienen.

Vergangenheit

Geplante Ausstellung auf dem Marktplatz. Zwei Meter für Bilder. Und wie präsentiere ich die Fotos, ohne dass es viel kostet. Bilderrahmen sind teuer und es lohnt sich so gut wie nie, den Aufwand zu betreiben. Meine Freundin findet es nicht schön. Na gut, ich finde auch nicht alles von den anderen schön…Wir sind eine ganze Künstlerinnenmeile. Ein bisschen nostalgisch finde ich es, denn nun sind auch diese Fotos mit meiner ersten Digitalkamera schon 14 bis 16 Jahre alt. Ist das schon historisch? In der Tat, vieles auf der Insel La Gomera, ebenso wie anderswo hat sich in dieser Zeit verändert . Die Pflanzenwelt und die Felsen aber nicht. Für mich ist ganz viel Erinnerung dabei, und noch nie wurden diese gezeigt. Ja, und die Kartons. Die sind umsonst und werden normalerweise weggeworfen, bzw. recycelt, trotz des Aufwandes sie herzustellen. Damals, also als ich auf der Insel lebte, da lebte ich mit Kartons und Koffern. Da lebte ich einfach, und man verwertete alles was ging. Auch damit hat es zu tun, mit einer Art von Kultur, die uns schäbig vorkommt. Da in der Stadt Heide ist aber auch so manches noch schäbig. Das sind die sogenannten strukturschwachen Gegenden, die aber langsam aufgewertet werden. Wir bekommen ja eine Batteriefabrik, hurra, dann wird alles teurer. Und wie überall. Eckernförde war schon nicht mehr bezahlbar. Gerade war ich wieder einmal an der Ostsee, und ich hatte fast vergessen, wie es dort so anders ist.

Ich liebe das Einfache, auch wenn es eben nicht „schön“ ist. Leider mache ich die meisten Bilder nun mit dem handy, dabei geht etwas verloren. Bilder aber sind immer Vergangenheit….der Moment- verloren.

Fast Mai

Und es fühlt sich fast so an! Ich lag zwei Stunden an der Sonne, bevor es wieder nass von oben kam. Und gestern war ich in einem Jugendclub. Das ist das Schöne am Dorf. Die erste band nämlich bestand aus alten Herren (Freunde der Freunde) und einer schönen ukrainischen Sängerin, die Musik fetzig. Hart und herzlich. Schwarz. Das Emblem der band ist eine Spinne. Draußen gab es eine große Feuerschale, man blickte über die Durchfahrtstraße auf unendliche Wolken bis zu den rot blinkenden Windmühlen. Die zweite band wurde mir zu spät. Immerhin war der Beginn schon um 20 Uhr und das Ganze liegt um die Ecke. Junge Leute waren auch da.

Die Maifeuer finden auf vielen Dörfern statt, unseres wird wohl auf dem Acker sein,wo der Riesenhaufen Gebüsch von abgesägten Knicks mit dem Trecker zusammengeschoben wird. Und der Acker ist nicht gerade trocken. Meine Straße wurde aufgerissen und die meisten Zufahrten gesperrt, so etwas ungünstig für Besucher und ich habe mich schon dreimal in der Umgebung verirrt; man denkt man kennt die kleinen landwirtschaftlichen Wege, aber nein! Mit dem Fahrrad wäre es nett, aber mit dem Auto kann man stecken bleiben.

Und es ist Frühling! Endlich Frühling. Da ist die Sonne schon wieder und der Flieder beginnt zu duften.

Musikerfreunde

Mein ganzes Leben lang hatte ich solche Musikerfreunde. Ich selbst kann gar nichts außer begeistert darüber sein, dass Menschen so etwas zustandebringen. Ich kann also hören, und zwar ganz fein. Ich bin auch stolz auf meine Freunde, im video ist ein Ausschnitt zu sehen von dem musical, das von Meta geschrieben wurde und derzeit geprobt wird. Ein bisschen wird auf den Heider KulTourtagen https://heider-kultour-tage.de/aufgeführt. Und besonders daran ist eigentlich, dass sich diese ganze Gruppe von Menschen in den letzten Jahren erst zusammengefunden hat und auf einen eigenen Weg gemacht hat. Dass wir , ausgerechnet wir, nun in der Öffentlichkeit sein dürfen- niemand kommt auf die Idee, dass es mal anders war. Doch die Lieder selbst, sie kommen schon ein wenig melancholisch herüber, und in der Geschichte geht es ja auch um ein Ausgegrenztsein vom Kern der Gesellschaft, um die Aufteilung in innere und äußere Ringe. Und die Überwindung der Trennung natürlich. Mit viel Hintergrundphilosophie.

Das ist ein krasser Gegensatz zu den Liedern, die mir meine Musikerfreunde von La Gomera senden. Von dort gibt es Aufnahmen von selbst gesungenen Mantras, mit liebevollen Texten, und im Hintergrund die lauten Schreie der über die Köpfe segelnden Sturmtaucher. Sofort erscheint bei mir innerlich das Bild, nein das Gefühl des playa del ingles, mit einem kleinen Kreis der Sängerinnen im Sand, und ich erkenne ihre Stimmen, die Gitarre, die Hang. Da ist für immer ein Teil von mir bei ihnen. Und auch hier überschneiden sich die Kreise…und ich bin in der Mitte. Ich bin zwischen den Kreisen von Lebendigkeit , die mich nähren und erinnern, und es fühlt sich gut an.

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