Buch: Donnerstags im Cafe unter den Kirschbäumen

von Michiko Aoyama,Roman, rororo, 2025

Ein leises kleines Buch, der Bestseller-Aufkleber stört mich mehr und mehr, der auf sämtliche Bücher unterschiedslos aufgeklebt wird. Was sagt er schon?

Es ist ein Buch, in dem es um junge Frauen geht. Es geht um die Aufmerksamkeit, mit der sie kleine Dinge tun, alles tun, und währenddessen eine Wendung in ihrem Leben zu mehr Mut und Erfüllung herbeiführen. Die Kapitel sind nach Farben benannt. Und in den Geschichten, die von einer Person zur nächsten führen, geht es auch um jeweils eine Farbe. Ich habe es gern gelesen.

In Japan ist das Leben junger Frauen immer noch sehr angepasst, so scheint es. Und ein Blick ins Ausland verändert sie. Die Verpflichtung des Korrektseins besteht immer noch, und doch gibt es Wege, freier und selbstbestimmter zu sein.

Heute morgen sah ich das folgende video bei https://daoweg.wordpress.com/

https://www.youtube.com/@mono_Japan

Ich habe nur die Oberfläche erkannt, als ich vor 50 Jahren in Japan war. Doch seither bewundere ich die Kultur, die Eigenart und ebenfalls die Religionen des Shinto und Buddhismus. Die Erzählweise, die auf einfache Art all das unterbringt, ist eben auch eine Kunst.

Die Schwestern der Sieben

Ein Text von 2011 fällt mir in die Hände:

Die Schwestern der Sieben

sind auch eure, Ihr Lieben

mit Euch verwandt

im geistigen Land

in Dewachen könnt ihr uns sehen

die Zwerge, Elfen und Feen.

Die Kinder, die die Erde erschufen

in ihren unzähligen Daseinsstufen

Gerne geben wir euch Rat,

bevor ihr beginnt mit der Tat.

Im Erbauen sind wir die Meister

Hört die Stimmen der Erdengeister.

Die Ahnentafel wird euch zeigen

wir sind die Alten der Gestalten

verwandt mit den Naturgewalten

und wir sind auf eurer Seite

im Buch der Wirren und der Irren

und nun im Erfassen

des Seins der Wahrhaftigkeit

der neuen Schaffungszeit.

wechseln auch wir die Gestalt

Ihr findet uns im Wald

Nicht so klein wie ihr uns machtet.

Wir sind Asmundis und Pan

und die Freien mit den Geweihen

Die Geweihten,

die den Boden bereiten

auf dem die Zukünftigen schreiten

Jetzt ist Ankunft

Jetzt ist Abkunft.

Erwachen unserer Erdenschwester

des Wanderns und Wunderns nimmt kein Ende

Die herrlichen Samen der Schönheit

zu verbreiten.

Die Sonnen der Töchter

des Himmels

bilden den Kreis

und tanzen das Leben.

Buch: Das Lied meines Vaters

Von Andreas Hauffe, 2014,Roman, UNIVERSO

Das bescheiden wirkende Büchlein hat es in sich. Die Superpreisleistung besteht in einem hochkarätigen Inhalt. Die Geschichte beginnt mit dem Sohn, der seinen Vater nicht kennt, und erzählt dann parallel die Geschichte des Vaters, bis sich die beiden dann begegnen.

Das wird von kapriolenhaften „Zufällen“ begleitet wie ein choreografierter Tanz. Und richtig spannend! Mir ging sie nahe, diese Geschichte. Sie spielt in Köln, meiner Heimatstadt, und zwar in den Siebzigern, als der Vater Musiker in einer band war. „The dark side of luck“ heißt das Lied, welches er komponiert hat und das so erfolgreich wurde. Nur war ihm das nachher ganz egal, denn die Liebe spielt ein komplizierteres Lied, und so weiß zunächst der Sohn gar nichts von alledem. Erst als er selbst mit achtzehn Vater wird, macht er sich auf die Suche.

Das Buch reiht sich ein in die Erzählungen, von anderen über die Hippiezeit, es geht aber eher um Musik. Und zugleich werden politische Ereignisse der damaligen Zeit am Rande sichtbar, wodurch einem klar wird: Damals gingen die Berufsverbote gegen die Linken- einen Kunstlehrer von mir traf es auch- , es gab Terrorismus und Proteste und wilde Zeiten!

Uns wird im Laufe des Lesens immer mehr Verständnis für die Personen gegeben, ebenso wie sie dieses füreinander entwickeln. Das ist ein Prozess, und auch der Titel des Liedes könnte fast der Buchtitel sein. „Luck“ ist nicht das gleiche wie „happiness“, auch wenn beides mit Glück übersetzt wird.

Oder ist „luck“ das Schicksal, der glückliche Zufall, der eben auch Tragisches in Gang setzen kann. Kein Leben kommt vermutlich ganz ohne beides aus. Immerhin beschert der Erfolg des Liedes einen gewissen Geldsegen.

Ha, es gibt noch mehr Bücher dieses Autors! Schwupp, habe ich mir wieder eines bestellt…gebraucht, alt, egal. Superpreisleistung. Und Kinderbücher hat er auch geschrieben-. Der entsprechende leise vielleicht auch ganz leicht dunkle Humor stellt sich einfach im Roman viel eher ein als im echten Leben…

Ein altes Buch

Ich hatte nichts zu lesen! Ach wie furchtbar. Da waren doch noch Bücher, die schon länger herumlagen? Genau, ich blickte in dieses Buch von 1973 und bin restlos begeistert. Geschrieben wurden die Aufsätze schon hundert Jahre früher, und ich lachte mich scheckig über die humorvollen Beschreibungen der damaligen „Esoterikszene“ Hier haben wir die Quelle von allem, was heute durch die Geister geistert. Gustav Meyrinck war ein echter Mystiker und er kannte sich gut aus, im Gegensatz zu den meisten modernen Menschen. Er machte Experimente mit Haschisch. ohaueha- er konnte Hellsehen! -ich glaube er konnte das auch ohne Haschisch, denn noch habe ich keinen Heutigen getroffen, dem das dazu verholfen hätte. Ganz im Gegenteil, von Erweiterung nichts zu spüren.

Die Aufsätze heißen etwa: „Hochstapler der Mystik“, „Dämonenfang in Tibet“, oder „An der Grenze zum Jenseits.“ Meyrinck war Mitglied in der theosophischen Gesellschaft und hat alles genau beobachtet. Er zitiert indische Gurus- zur Jahrhundertwende . Damals war der Buddhismus in Deutschland angekommen und fand schon Interessierte.

Solche Überlegungen finde ich als Grundlage ziemlich wichtig. Gerade da sich heute wieder allerlei influencer mit „Dark enlightenment “ befassen, und um zu erkennen, auf welcher Seite man steht. Oder ob man darüber hinaus sehen kann. Ganz interessant in dem Zusammenhang, ein Auszug aus Wiki:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_Meyrink

Ich finde es bemerkenswert, hierüber eine Quelle dieser Weltverschwörungstheorie gefunden zu haben, denn in letzter Zeit tauchte die Idee immer wieder mal auf und wurde erbittert verfochten von Menschen, die ich persönlich kenne. Es ist ein Graus. Sie lesen das irgendwo, keine Ahnung woher es kommt und man kann mit ihnen nicht vernünftig reden! Die influencer sind nicht zu unterschätzen!

Ich werde das noch sehr genau lesen. Es scheint mir eine gewisse Wiederholung da zu sein. Es gibt die vielleicht kluge Ansicht, dass zur Nazizeit der Okkultismus einen großen Einfluss im Hintergrund hatte. Und ich erinnere mich an ein Buch der mother, der Gefährtin Sri Aurobindus, die ebenfalls zu jener Zeit lebten und jeglicher Schwarzmagie entgegentraten. Das Buch habe ich leider nicht mehr, ich glaube 2001 war ich dort in Auroville zu Gast. Auch sie haben noch heute großen Einfluss auf mehreren Ebenen-in weltlicher Seite haben sie eine Gemeinschaft aufgebaut, einen goldenen Tempel und spirituelle Schulung.

Kann sein, dass ich hier mal wieder manches durcheinander geworfen habe, aber so kommt es mir in den Sinn. Vor Allem denke ich, ich weiß viel zu wenig!

Ein Kalenderblatt

Da steht auf dem Tisch mein Tischkalender, den ich jedes Jahr zu Weihnachten erhalte. Dieses Jahr ist er mit Deutschlandbildern und historischen Infos. Ja, in der Tat, ein unbekanntes Land für mich! Heute ist es wieder sehr trübe mit Nieselregen.

Doch gestern besuchte ich eine Vernissage im Museum Lüttenheid, in Heide. https://museumsinsel.heide.de/ausstellungen.htmlDie Künstlergruppe West Art stellte aus und es war so voller Menschen, dass man kaum die Kunst sehen konnte. Sicherlich wird Blaue Feder selbst darüber berichten http://blauefeder.home.blog/2026/02/11/wir-haben-fertig/. Ihr neues Buch ist sehr schön geworden, das Format und der feste Einband haben mir gefallen! Und da es 11 Künstler waren, sind mir noch die großen Wespen von Dirk Peemöller im inneren Auge vorhanden, die Drahtwesen von Elke Schadwell, die vielen grauhaarigen Damen, wo ich mir dachte, ach doch gut, dass ich wieder rot gefärbt bin, und dann ging ich auch noch im Rest des Museums spazieren, wo es etwas ruhiger war. Da gab es eine comic Art Ausstellung, denn hier weiß mittlerweile jeder, dass die comic Erfinder aus Heide stammten- Gus und Rudolf Dirks, die nach New York ausgewandert waren und dort in der Zeitung die ersten comics veröffentlichten: Die Katzenjammerkids.

Unter anderem entdeckte ich die ältesten Dithmarscher Kachelöfen und den goldenen Hirsch von einer Apotheke.

Ja, es beseelt schon, wenn man schöne interessante Geschichten entdecken kann! Die werde ich auch noch mal in Ruhe lesen und ansehen. Zum Wände malen fehlt heute das Licht, und wir machen es uns gemütlich. Ach denkste, die haut gleich zu…nur zum Spaß.

Blau

Ich habe begonnen, meine Küche blau zu streichen. Die Freundin sendet wieder Bilder aus Marokko und genau wie letztes Jahr überkam mich eine solche Sehnsucht nach Farbe und blauem Himmel. Da sehr spontan, ist es aus einer Flasche Schulkinderfarbe gekommen.

Das Zirkusplakat habe ich auf Jemandes Hof gefunden, wo es zum Sieben von Kies gebraucht wurde.

Jemand ist doch ein spannendes Wort. Jemand könnte Jeder sein, ist aber ein Einzelner. Jemand ist wie Jedermann. Nein, Jedermann ist nicht Jedefrau, Jemand aber kann beides. Es ist Derjenige, von dem MAN nicht weiß, wer es ist. Jemand hat das Glas umgestoßen. Wer dieser Jemand war, ist wie immer unbekannt.

Eine kreative Phase

Solche Phasen hatte ich, aber ich war nie durchgehend Malerin. So betrachte ich mich nie als echte Malerin. Diese BIlder sind aus den Neunzigern! Ich habe sie wiederentdeckt, und so manches wusste ich gar nicht mehr. Ich hatte damals eine Phase in einer Suchtklinik (Fachklinik für Frauen , Altenkirchen) gehabt, wo ich dann auch an einer Patientenzeitung mitmachte, daher die Zeichnung auf dem Titelblatt.

Das Kalenderdeckblatt entstand dann in Schleswig, wo ich an einer Berufsorientierung teilnahm, mit ganz jungen Leuten zusammen, die auch in kreative Berufe wollten. Keinen kenne ich mehr! Ich kam dadurch in meine Fotografenausbildung, wo ich mit über 30 in der Berufsschule mit den 18jährigen saß.

Und dann hatte ich mal einige von den Mitschülerinnen porträtiert, scheint mir.

Warum es mir damals die Meerjungfrauen so angetan hatten- ich denke, es war ein Selbstbild, wo ich mich nur halb vorhanden fühlte. Nach neun Monaten stationärer Therapie- ich glaube, das zahlt heute keiner mehr- kam ich in betreute Form für 5 Jahre, begleitend zur Berufausbildung. Danke Petra und Desiree, forever. Denn es hat gewirkt. Ich wurde nie wieder rückfällig. Dennoch gab es noch viel Arbeit an mir zu tun.

Gemalt habe ich wohl nur, wenn eine unterstützende Hand dabei war. Im Kunsthaus Heide habe ich mal wieder gemalt, viel später. Da gehen beeinträchtigte Menschen hin, und ein Künstlerehepaar gab Material und Raum dafür. Ich ging nur mit einem Freund, der sich allein nicht traute.

Es war merkwürdig: Meine Mutter Elsa begann erst mit dem Malen, als wir Schwestern aus dem Haus gingen. Und als sie begann, hörte ich damit auf. Sie hat uns auf den Weg gebracht, immer Ideen gehabt, was wir machen könnten. Und es war eigentlich ihr eigener Wunsch. Ich weiß nicht, ob ich es nur machte, weil ich es konnte und dafür gelobt wurde. Oder war es meine Rettung, als Kind, mich ausdrücken zu können.

Für sie war es das sicher auch. Sie ist im März schon dreißig Jahre tot. Ich bewunderte früh die expressionistischen Maler, die Kubisten und Abstrakten. Max Ernst und August Macke, all jene, die heute so präsent auf Kalendern und Postern zu finden sind.

Mit meiner Mutter haderte ich. Zweifellos machte sie wunderbare Seidenmalerei, die heute noch existiert. Und Blumenbilder. Sie lernte immer Neues dazu.

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