Musik

Tanzen, die nächste Runde. Immerhin hat Meldorf kein Kopfsteinpflaster, immer gute Stimmung und tanzfreudige Menschen , jung und alt.

https://chanson-trottoir.com/start

Die band war super!

Und die zweite war auch gut, (Dr. Krapula) riss die Menge mit, aber nicht so leicht und fröhlich wie die Franzosen. Die dritte Band hörte ich nicht mehr. Da war ich dann wirklich erledigt, – dafür dass ich gar nicht erst hin wollte…

Didi und Dada

Über die Kunst finde ich hier einen interessanten Artikel.

https://www.berliner-zeitung.de/article/milliarden-aus-der-anstalt-die-kunst-der-else-blankenhorn-10259615

Man stellt dort gute Fragen, aber am Ende kommt doch nicht vor, dass der Ursprung der Kunst von Ritualen und Glauben nicht getrennt war. Er war ein Mittel der Verbindung zur Wesenswelt, zur Anderswelt, zu ALLEM, und diese Kranken haben vielleicht einen Weg dorthin gefunden. Ein magisches Denken, dass wir erschaffen, was wir brauchen. Sei es Schutz, sei es die Weltrettung. Kunst als Kunst für den Betrachter , nein.

Auch im Roman „Ida“ von Katharina Adler geht es um eine Frau, die in die Fänge von Psychiatrie des Sigmund Freud gerät, als Patientin. Sehr gut beschrieben, aber beklemmend zu lesen, wird deutlich, wie sehr wir selber bald nicht mehr wissen, was die Wahrheit ist…und wie sehr die Männer ihr Leben bestimmten.

Was ist geistig gesund…? Auch die Zeitgeschichte der jüdischen Familien, die nicht glauben konnten, was ihnen geschah, ist kenntnisreich geschildert. Von innen heraus, aus Sicht der Ida.

Was derzeit einem Didi geschieht, ist geradezu beispielhaft. Seit wann wird Meinungsäußerung eigentlich verfolgt, wenn man eine öffentliche Reichweite hat? War das immer so? Wird man bestraft, wenn man gegen Krieg ist? Muss man auch noch schnell einen Grund liefern, in den nächsten Nachrichten, warum „wir“ unbedingt aufrüsten müssen? Also ich bin nicht mehr überzeugt davon, was hier die Wahrheit ist,…

Meine Besucher sind weitergezogen, es war eine schöne Zeit. Und ich kann wieder denken und schreiben. In Gesprächen, von denen es einige gab, kann ich viel mitnehmen, doch vieles entdecke ich erst im Nachdenken, im Nachhinein….Auch da verschobene Weltsichten, die nicht ineinander passen. Vom anderen Ort, eine andere Nachrichtenlage im Ausland, zum Beispiel die Ceuta-Geschichte. Spanien soll nun abgegrenzt werden in der EU?usw….Und gewiss gibt es hier und dort böse Absichten, o ja.

Nun, auch hier in der Nähe gibt es ein Museum für sogenannte Outsider Kunst, in Schleswig. Auch hier hat der Arzt Kunst gesammelt. Und ich erinnere mich, dass ich dort einmal eine beeindruckende Ausstellung sah. Beindruckend, ein blödes Wort. Es trifft einen schon, in Innere. https://www.stadtmuseum-schleswig.de/CMS_2015/museum-fuer-outsiderkunst

Ich selbst mag Kunst ohne den Gedanken an den zukünftigen Betrachter, das Gegenteil von intellektueller Konzeptkunst, in der nur der Kopf regiert. Wir erinnern uns, dass Künstler auch trotz Armut und Existenznot ihre Werke schufen , und nicht Millionen scheffelten, die man diesen Werken heute zuschreibt. Was passiert da eigentlich? Früher galten sie als verrückt, heute als Genies. Na dann hoffen wir, dass uns das in der Zukunft auch geschieht.

Kreislauf

Also meinem Kreislauf geht es nicht so gut. Ich dachte ich muss das Antibiotikum nehmen und hinterher wird mir total schlecht und schwindelig. Das geht nun echt nicht mehr. Alternative gibt es natürlich , das weiß ich. Die muss man aber viel länger nehmen. So eine Borreliose ist nicht lustig.

Ja und wir haben auch so einiges geschafft gestern. Die vielen Mirabellen. Zu viele. Äpfel. Auch ein Kreislauf, der sich jedes Jahr wiederholt. Mal mehr, mal weniger. Und dieses Jahr scheint alles vier Wochen früher reif zu sein und auch in großen Mengen.

Ich komme gar nicht zum Schreiben.

Und auch habe ich Menschen, so ist Reden die bessere Option.

Der Besuch

Der Besuch kommt heute an! Zwei ganz altvertraute Menschen, die ich nur einmal im Jahr sehe. Dennoch wohnen sie diesmal mit in meinen drei Zimmern und die vier Katzen werden sich vielleicht anders verteilen. Wer keine Angst vor Menschen hat, ist im Vorteil. Die kennen sie ja eigentlich vom letzten Jahr.

Draußen ist im Moment nicht ganz so beliebt. Außer man kann im Wohnmobil mitschlafen, das kommt vor. Ein großer Topf Chili sin carne ist bereits fertig. Geputzt und Betten bezogen, Wäsche gewaschen, und keine Sonne am Himmel! Oder eben keine sichtbare Sonne und auch keine Waldbrände zum Glück.

Der Norden ist nass und windig, falls das unklar ist. Sonnenstürme, Vollmond, Sonnenfinsternis- was da alles auf uns zukommt! Der August wird jedenfalls bunt und lebhaft. In Meldorf winkt das Weltmusikfest am 8.8.

Aber ich habe ja die Weltmusiker im Haus! Sie singen und trommeln, und mein Lieblingslied, bei dem mir immer die Tränen kommen, ist immer im Gepäck: Isla de La Gomera . So schnulzig es sei, es ist ein Heimatlied, von Leuten wo auch einst viele auswanderten, weil sie auf der Insel nicht satt wurden. La Gomera hat Menschen aus vielen Nationalitäten mittlerweile. Heimat, ach. Ich weiß nicht, es sind Klänge Stimmen Gerüche, das Vertraute und das Selbstgewählte, was uns gut tut.

Das mir Anvertraute.

Touristen

Tourist ist eigentlich kein schlechtes Wort. Jemand ist auf Tour- auf einer Reise. Ich werde selber auch Touristin sein. Eine Reisende bin ich immer, so innerlich. Die Art zu gucken und zu erleben, die bleibt. Gestern habe ich meinen alten Stamm besucht. https://www.sat1regional.de/artikel/steinzeitdorf-in-albersdorf-wie-war-das-leben-vor-6-000-jahren?autoplay=true

Ein Stamm der Reisenden, Zeitreisenden, veränderlich und dennoch so friedlich und angenehm. Kinder, junge Leute, Interessierte – schön, dass es das gibt.

workshops, Ideen, und sicherlich anders als vor 6000 Jahren.

Anders war jedenfalls der Abend, an dem ich Friedrichstadts Festtage besuchen wollte. Ich dachte, mich tritt ein Pferd…Solche Massen von großen Leuten, Familien, Ströme, Horden, und vor allem – Autos! Es gab keine Parkplätze mehr, ich bin sowas nicht gewöhnt und fuhr staunend herum. Ich schaffte es bis zum Marktplatz, um schleunigst wieder zu verschwinden. Und da auf dem Weg kamen mir noch mehr von ihnen entgegen. Das waren keine Touristen, sondern ganze Dörfer aus der Gegend. Der Lampionbootskorso soll wirklich sehr schön sein. Ich war heilfroh als ich aus der Stadt wieder raus war, selbst an der Brücke alles zugeparkt, und draußen am Land gähnende Leere. Strohballen soweit das Auge reicht, Schwärme von Krähen, die sicher auf ihren Bäumen in der Stadt tot umfallen, wenn die Band beginnt zu spielen.

So wie ich.

Ich träumte dann tatsächlich von einem toten Freund, der einmal Friedrichstadtführer gewesen war, er ließ sich selten etwas entgehen.

Wie immer saß er im Cafe bei seinem dritten Espresso. Ich glaube nicht, dass er in der Unterwelt gelandet ist, so klug und Trickster, der er war.

Aber die Unterwelt hielt Einzug , nun ja in ein Städtchen, das immer so nett und ordentlich bemüht ist, einen guten Eindruck zu machen. Ich werde mich dann lieber an die Kulturnacht halten, da ist es ganz anders. https://kulturnacht.sh/

Auch der Kunstgriff in Dithmarschen findet dieses Jahr schon früh statt, ab 21. August. Hurra, denn das ist vor meiner Reise. Die Reise, ich lege Wert darauf, dass es kein „Urlaub“ ist, denn ich bin nicht erwerbstätig, und meine Gründe zu reisen, sind nicht Erholung. Im Gegenteil, ich finde es sehr anstrengend. Aber nach drei Jahren wieder „meine“ Insel zu sehen, treibt mich an. Wer weiß, wie lange ich das noch kann, ob ich es noch kann…

Und diese plötzlichen Regentage, obwohl uns eine Hitzewelle angekündigt wurde, machen mich irre.

Neue Geschichte(n)

Ich habe wieder Bücher gefunden, die ich lesen mag. Es gibt zwar einen Stapel ungelesener, die ich ja auch mitgenommen hatte, aber sie mag ich jetzt gerade nicht.

„Entlang der Inka-Straße“ von Karin Muller ist natürlich ein erstklassiger Road-trip, ein Reisebericht besonderer Art (2001) Und da geht es natürlich auch um Geschichte. Auf leichte Art. Ebenso ist der Roman „Mondlaub“ von Tanja Kinkel über die letzten Mauren in Granada ein Juwel an Geschichtsunterricht, auf sehr spannende Weise. Ich lese beide gleichzeitig, man kann den ersten kapitelweise lesen, sich die Orte dieser unglaublich langen Inka-Straße langsam entdecken.

Eigentlich wollte ich wieder in die Steinzeit heute, aber der Himmel …ich bin eine sonnenverliebte Steinzeitlerin…zwar ist da auch Geschichte, aber es ist doch immer das gleiche…Das stimmt gar nicht.Ich bin ja schon wieder anders als vor ein paar Jahren. Nur will ich nicht jedes Jahr wieder Körbe flechten.

Nun schaute ich eben mal , weil mir das vorgeschlagen wird, in meine älteren Texte und finde, ich habe mich verändert. So ernsthaft war ich. Irgendwie fühle ich mich leichter. Wollte ich noch was beweisen, oder ernst genommen werden? Alles war so wichtig, mitzuteilen. Meine Fotoapp will mir auch immer alte Fotos zeigen. Das ist nicht immer schön! Katzen, die schon unter der Erde weilen, sind nicht immer nur niedliche Katzencontentfotos.

Wie gesagt zuvor, will ich mich an alles erinnern? Muss ich noch mein Leben aufschreiben? Ich denke nicht. https://www.youtube.com/watch?v=LP6kF2UctgM

Hier im video hat es eine Frau sehr schön gemacht, Ich habe das gerne angeschaut, und ja auch ich war mal in Indien, und so weiter. Den Hippies immer verbunden. Die Welt war noch eine andere. War da nicht mal Hoffnung auf eine „bessere“ Welt? Wir wollten besser sein…nun ja. Heutzutage ist ja jeder ein Klimaretter, angeblich. Genau da setzt die Werbung an, alle großen Agenden sind Manipulation.

Besser ist nichts geworden. Aber diese Frau zum Beispiel hat etwas aus ihrem Leben gemacht, etwas Positives, Kreatives. Sie ist im Frieden mit ihrer Vergangenheit. Und ich finde, das ist es, worauf es ankommt. Es gibt unzählige Bücher und Filme, die ähnliches erzählen wie das, was ich oder sie erlebte. Es war schon krass, der gelungene Versuch, Jahre in Asien zu überleben.Für jeden, der es schaffte, sah man Viele, die es nicht taten. Die Dummheiten machten, nicht das Notwendige.

Aber angesichts heutiger Fluchtgeschichten, sowie der Auswanderer früherer Zeiten, waren wir doch freiwillige Flüchtige. Wie mans nimmt. Die meisten von uns flüchteten vor einer unerträglichen Innenwelt, in die Erziehung und Familie uns geworfen hatten. Diese Möglichkeit aber hatte der Großteil der Erdbewohner nicht, wie wir dann erfuhren und lernten, auf unseren Road Trips. Romane sind immer über Menschen, die etwas an ihrer Situation verändern. Oder an ihrer Sichtweise.

Junge Ötzis

Nein, am Gletscher leben sie nicht. Das ist hier in Albersdorf , ganz in der Nähe in Schalkholz sind sogar Neanderthaler nachgewiesen worden. Albersdorf hat ein paar Großsteingräber oder Reste davon. Nun, immerhin wurde der Rasen gemäht für die vielen Barfußläufer.

Eine Nachgestaltung des Neanderthalerschlafplatzes…

Eine Nachgestaltung eines Rentierjägerlagers.

Überhaupt sind künstlerisch Begabte und handwerklich versierte Menschen hier, wie die Vorfahren sicher auch waren. Es hilft beim Überleben. Der workshop für Ledergerbung.

Man darf jederzeit Fragen stellen.

Kopfsteinpflaster

Man läuft viel, wenn man sich zwischen fünf Bühnen entscheiden soll. Die Touristen sind angekommen. Mir taten die Füße weh.

Ich wollte nicht die Leute fotografieren, auch wenn die kleinen Kinder schon tanzten – als einzige, ich frage mich ob das angeboren ist, und später aus Scham verlernt wird. So ein großer leerer Platz vor der Bühne…BlondÅ„ Black spielten Nena-Hits und gar nicht schlecht.

Und wenn man nicht auf die Leute guckt, obwohl auch das sehr amüsant war, dann ist Garding doch ein Ort der lost places, jedenfalls in der Altstadt. Der Kunstverein ist immer der Lichtblick für mich gewesen, aber wie Wolfgang Groß-Freitag hier seine Bilder ausstellt, nun die Bilder sind schon immer so krass gewesen.

Es gibt eben doch den ein oder anderen leerstehenden Laden, und da kann man Kunst hineinstellen. So oder so besser als ohne Bilder…

Ich mochte dieses Unperfekte immer in anderen Ländern auf Reisen, wo in wunderschöner Landschaft kaputte Plastikstühle stehen, und schiefe Häuschen und Pflasterwege, die unregelmäßig sind. Auch hier mochte ich das, in Eckernförde als es noch anders war, in Husum, oder auch Büdelsdorf, wo immer ich als Fotografin unterwegs war, die Strukturen liebte. Fünfziger-Jahre-Fassaden aus Kacheln der Vorzeit, damals wurde wohl alles gekachelt, auch die Schriftzüge waren so unmodern,…doch ich weiß, das alles wird verschwinden.

Oder wird es schlimmer?

Man hat den Eindruck, es ist kein Geld da, aber es wird auch vieles von sogenannten Investoren aufgekauft, die dann gesichtslose Neubauten errichten. In denen kann man dann klimafreundlich wohnen. Was will man denn….In feuchten Altbauten frieren, nein. Man will sie aber ansehen…

Wir befinden uns mitten im Verfall.

Junge Punkbands singen die gleichen Texte wie andere vor 66 Jahren. Sie sind genauso wütend, auf alles, das establishment und die Alten, sie sind laut und sonst nicht viel.

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