Das bildest du dir ein-
– hat meine Mutter des öfteren zu mir gesagt, als ich ein Kind war. Nun ist sie schon lange verstorben und ich bin selbst im Oma-Alter. Und ich kann endlich bestätigen, dass sie recht hatte. Das Einbilden ist mein Beruf und meine Berufung.
Schon damals habe ich gelesen und gelesen, zum Beispiel alle Bände von Karl May, und ich habe mir seine Reisen und Abenteuer genauso einge-bildet wie er selbst. Für mich werden eingebildete Erfahrungen real.
Auch als Fotografin war das Vorstellen von Bildern durchaus hilfreich.
Als real gilt es meist erst, wenn es sichtbar wird. Und das wird es eben auf verschiedene Art, wie im Film oder wenn Visionen umgesetzt werden.
Für mich ist auch die innere Bilderwelt real, so wie es wohl für die meisten ursprünglichen Menschen der Fall immer gewesen ist. Denn, auch das kann ich bestätigen, diese inneren Bilder geben uns wertvolle Hinweise und Botschaften. Es handelt sich ja eigentlich gar nicht um zwei Welten.
Unsere Wahrnehmung je nach Entwicklungsstand kann sich der vielfältigen Bilder bedienen, das ist auch eine Übungssache, die eben durch Lesen sehr gut entwickelt wird. Es bedarf dazu auch der Schriftsteller, die eben ihre Bilder lebendig herübersenden.
Oder Priester, Künstler, Schamanen, – alle haben unsere Einbildungskraft mitgeformt und mit Inhalten erfüllt. Das Reale daran scheint mit Erfahrung und Erleben zu tun zu haben. Sobald wir uns emotional und mit allen Sinnen beteiligen, wird es real.
Mittlerweile habe ich einige Erfahrung mit Visualisierung, schamanischen Reisen und Visionen, was sich alles voneinander unterscheidet. Und das Besondere ist, irgendwann manifestiert sich deine Vision oder das Eingebildete in der materiellen Welt, sichtbar.
Damit verbunden ist auch eine Verantwortung dafür, was wir in „die Welt setzen“. Offensichtlich ist da schon einiges schiefgelaufen. Es wurde vergessen, das Wissen weiterzugeben, es wurde geheimgehalten und sollte nur wenigen erlaubt sein. Das erzeugt eben diese Mangelvorstellung und raubt uns letztendlich tatsächlich die eigene Lebensgrundlage. Denn Menschen sind ebenso wie Bäume in der Lage, ihren Boden zum Wachsen zu erzeugen. Ein Missverständnis scheint zu sein, dass wir glauben, immer etwas tun zu müssen, um zu realisieren. Statt zu beobachten, Prozesse abzuwarten und zu verstehen, Impulse zu geben, damit sich alles „wie von selbst“ ergibt, legen die meisten schon mal los und zerstören viel, was sie noch gar nicht erkannt haben.
Es gibt Kulturen, die das Abwarten können, aber trotzdem aufgrund eingebildeter Glaubenssätze – Der Herr da oben, die Geister der Ahnen usw. – das Impulse setzen nicht so recht hinkriegen. Aufgrund von Tabus und Verboten und auch tatsächlichen Geistern- wieso eingebildet-?- kann das nämlich dann nicht werden.
Wir sehen, dass sich mehr und mehr synchrone Gelegenheiten ergeben, wie auf dem Präsentierteller wird uns geboten, was wir lernen möchten! Im vorletzten Winter habe ich eine Geschichte geschrieben, und sehe wie sich nun, mehr oder weniger, Elemente daraus in meinem Leben ergeben. Ein Ende hat die GESCHICHTE NOCH NICHT.
Es geht eben nicht um Anstrengen, sondern um Erkennen, was wir uns eingebildet haben.



l know it, when it finds me. All, in time.
l wissen, wenn es mich findet. Alle, rechtzeitig.
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