Im März

Schreibeinladung für März 2026 | Wortspende von Irgendwas ist immer https://365tageasatzaday.wordpress.com/2026/03/01/schreibeinladung-fuer-maerz-2026-wortspende-von-irgendwas-ist-immer/

Sie lag nachmittags im Sonnenstreifen quer über dem Bett, er wärmte den Nacken, obwohl noch längst keine Sommerzeit ausgerufen war. Dieser erreichte sie durch die große Fensterscheibe aus dem Südwesten, die Richtung, aus der auch der kalte Wind zumeist aufs Haus traf und den Bäumen ein struppiges Kleid schenkte. Das waren die Koniferen und Fichten, die ein wenig nach Friedhof aussahen, immergrün, und alle anderen noch kahl.

Im Gesicht hatte sie das Gefühl, da sei noch eine Brille, obwohl sie gar nicht da war. Lange gelesen, wieder einmal. Etwas verbissen hatte sie sich in ein Thema verstrickt, und hatte gestichelt, weil ein Freund diese “ Woche gegen Rassismus“ gepostet hat. Warum geht ihr das gegen den Strich, wegen dieser verordneten offiziellen Menschlichkeit, wegen der Schlagworte und Abstraktheit? Weil er sich so stolz gibt in seinem linken Richtigkeitswahn? Viele Menschen auf dem Lande machen ihre Sprüche, die als rassistisch, altmodisch, unüberlegt gelten. Sie selbst als Zugezogene hatte sich auch als von Außen kommend definiert. Hier zählen Regionales, Plattdeutsche Sprache und Tradition noch etwas.

Jahre hatte sie im Ausland verbracht, nie wurde über Rassismus geredet. Das machen nur Gebildete, die gab es da aber auch nicht. Es gab da einen Unterschied, ganz klar. Es waren die weißhäutigen Männer, die in Manila hübsche dunkle Mädchen suchten. Ist das Rassismus, Kapitalismus, Gier, Kolonialismus…und Verachtung, auf beiden Seiten.

Und es sind die gleichen Männer, die zu Hause gegen den Zuzug zu vieler Ausländer , also Männer , die die einheimischen Frauen belästigen, oder das Land verfremden, wettern. Sie verwickeln sich in Widersprüche, doch eine Rede der Ministerin und gut gemeinte Gleichheit Aller, die es niemals gibt, die werden das nicht ändern. In anderen Völkern war sie fremd, das wusste sie und hatte sich daran gewöhnt. Niemals fühlte sie sich zugehörig, auch ihr Land war nicht Zuhause. Nur der Sonnenstreifen, das Bett, die Bäume.

2 Antworten auf „Im März

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  1. „Zu Hause“, „Heimat“, das sind schwere Themen, wenn man erst mal ins Denken und Reden kommt und – vielleicht – über das eigene, hoffentlich positiv besetzte Umfeld hinausdenkt. Und dann kann es leicht passieren, dass es einen schüttelt und traurig macht, vielleicht auch einsam. Ich kann das mit dem Bett und dem Sonnenstreifen jedenfalls verstehen, denke ich.

    Danke, dass du wieder mitgeschrieben hast!

    Nachmittagsteegrüße! 😉

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