Irgendwann beginnt auch der Sommer, nur nicht jetzt. Sturmartige Windböen fegen durchs Land. Ich friere. Ich heize den Ofen an. Und irgendwie scheint mir, dass ich das jedes Jahr im Juni denke. Wenn dann im August mal drei Wochen am Stück Sommer gewesen sein wird, hoffentlich, dann bin ich zufrieden, aber dann ist er auch schon zuende.
Ich lebe dann jede Minute so als sei sie ganz lang. Das bringt mich zum Wort der „Unzeit“ Zur Unzeit kam mein Kater mitten in der Nacht von einer tagelangen Tour zurück. Er hustet und war voller Zecken. Eine Neumondnacht, das ist Unzeit weil die Stunden nicht gemessen werden im Schlaf.
Das UN ist eine Verneinung. Manchmal aber auch eine Verstärkung, was sich widerspricht. Eine Untiefe ist keine Nicht-Tiefe, sondern eine noch tiefere dunklere unbekannte Tiefe. Ein Untier ist ein gefährlicheres Tier, kaum noch Tier, ebenso wie ein Unmensch kein Mensch mehr sein soll. Vielleicht von UN-ten und Unterwelt.
Das IR ist auch eine Verneinung. Irreal, irrelevant, irre. Irrlicht.
Sowas denke ich in der Nacht zur Unzeit, wenn ich nicht wieder einschlafen kann.
Die Zecke ist ein Untier. In Massen.
Der Tag brachte eine wunderschöne Frauenrunde in einer kuscheligen Jurte. Da fegte der Wind noch lauter draußen herum. Und das Sommerfest wird vorbereitet. Zu Tränen gerührt von einer stillenden jungen Mutter und dem kleinen Murkel. Gibt kaum ein besseres Urbild für das Leben und die Weiblichkeit, um das zu unterstützen trafen wir uns. Denn die Mütter fühlen sich auch alleingelassen. Die Seele zu nähren, dabei würde die Sonne helfen, doch auch die menschliche Wärme. Die menschliche Tiefe, die im Alltag so oft fehlt.
Was sind das da, schon wieder neue Bücher? Tatsächlich guckte ich nur kurz in die nächste Bücherhütte, und fand wieder vier. Wann ich das alles lesen will? Gerade nicht. Diese Antwort kann man bei der Frage nach updates anklicken, und das tue ich somit. Man kann lesen, bis es einem zu den Ohren rausquillt. Dann macht es keine Freude mehr. Das Buch muss passen zum Moment, und eher ist es auch mal dran, in sich hineinzusehen….


Gestern war doch schon ein passabler Einstieg in den Sommer. Da wir uns beide beschwert haben, gibt es jetzt wohl die Wende. Wir düsen mal ne Woche nach Dänemark – Liebe Grüße in die Nachbarschaft 🥰
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