Ich denke nach über Grenzen, Grenzüberschreitung, im Zwischenmenschlichen. Es gibt keine fest definierte Grenze außer: „Das tut man nicht“. Aber davon haben wir uns ja etwas freier gemacht, hoffe ich. Dass aber Menschen so oft überreagieren, so als sei jemand in ihren privaten Raum eingedrungen, obwohl es doch im öffentlichen Raum passiert, hat vielleicht mit unseren smartphones zu tun.
Die sind nämlich für uns etwas Privates. Auch die Gruppen, ob in telegram oder Whatś App oder facebook, betrachten wir als etwas Privates. Das sind sie aber nicht. Jeder hat eine persönliche Grenze, ab wo er empfindet, jemand anders dringt in seinen Raum ein. Im analogen Leben merken wir das sofort und nehmen Abstand. Ich zumindest.
Manchmal reicht ja schon ein Blick, um sich auszudrücken. Die Körperhaltung. Und wenn das wegfällt, bleibt der Kopf übrig, und erweist sich als ungeeignet. Denn da wird man erst recht hineingezogen in die Geschichte, kann das kaum aushalten, soll Gefühle begründen oder Ansichten, die den anderen überhaupt nichts angehen!
Manche Menschen haben überhaupt kein Gefühl dafür und traumatisierte Menschen haben zuviel. Wir empfinden vieles als Angriff. Gleichzeitig ist da die relative räumliche Entfernung, die einem hilft, über Umwege Nähe zuzulassen.
Wenn ich eine Doku sehe über russische Soldaten https://www.arte.tv/de/videos/133287-000-A/russland-die-armee-der-schatten/, dann kann ich die Bilder tagelang nicht vergessen. Bei Spielfilmen werde ich gewarnt vor dem Inhalt, der sei für sensible Personen nicht geeignet. Dabei weiß ich da doch, es ist nicht echt. Bei Dokus gibt es das nicht. Ich sehe sie selten, weil über so viele Ungeheuerlichkeiten und Verbrechen berichtet wird, aber es ändert sich nichts!
Hauptsache wir wissen alles. So geht es mir mit dem Lesen einer Zeitung- sachlich wird berichtet, im Hintergrund aber schwelt ein Gefühl, das sehr unangenehm ist. Wie wichtig also, sich wieder auf seine innere Ebene zu besinnen und zu entscheiden, was lasse ich hinein und was nicht. Solange wir die Wahl haben.
Dafür muss ich eine innere Stabilität aufbauen. Ich bin gerade heute besonders froh, dass ich diesen schamanischen Trommelabend erleben konnte. Ein geschützter Raum- mit spiritueller Führung- , Geborgenheit in einer Jurte im Dunkeln, während draußen hörbar der stürmische WInd tobt und der Regen aufs Dach prasselt.(Ich kannte fast alle) Kraftvolles Trommeln, ich verbinde mich mit meinen Ahnen und denen der Völker, für die es keine Grenzen gibt. Die Ebene verschiebt sich vom Sichtbaren in die Anderswelt. Ich bin mit inneren Bildern gesegnet, das hat nicht Jeder. Ich weiß nicht, ob es an der Übung liegt, ich glaube schon. Auch hier muss man lernen, dem Unvorhersehbaren zu begegnen und Angst zu überwinden, wenn nötig. Dieser Raum ist meiner und doch der eines erweiterten Ichs, eines Selbstes welches viel mehr weiß als der beschränkte Kopf an Wissen je fassen kann. Dies ist für mich wirklich Mensch sein, unsere Fähigkeit, weit über den Körper hinauszugehen, eben Grenzen zu überwinden, die meist eigene sind. Verbindung mit seiner eigenen Führung ist dabei wichtig. Wächter gibt es, denen das Anliegen vorgetragen wird. All das, damit man sich nicht verliert in der unendlichen unbekannten Weite. Auch das ist mir früher passiert, weil ich schon als Kind weit reisen konnte, ohne Führung und Anleitung dafür zu erhalten.
Am besten waren da noch die Bücher und die Musik. Die meisten Menschen wissen nicht viel. Aber die wissen, sollten es aufschreiben und vermitteln….https://youtu.be/zpRY_9tJATQ


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