Makarta knurrt schon, Max ist auf dem Sprung. Solange ich dazwischen saß und beide Köpfe kraulte, war alles gut. Aber dann- so nah! Da muss der neue Chef seine Position klar machen. Max ist jünger und weil er schon als Baby kam, auch viel anhänglicher.
Katzen sind ja die idealen Begleiter für Schriftsteller und kommen in vielen Romanen vor. Hunde eigentlich auch. Vor allem weil sie nie dazwischenreden, und Gedanken nicht stören.
Der Herbst geht in die nächste Phase, gelbe Blätter wirbeln über die Straße und vor allem die riesigen Eichenblätter, die ich jedes Jahr aus meinem Zaun klauben muss. Ich habe meine neue Trommel bekommen, eine Ocean Drum, die mit kleinen Kugeln gefüllt, ein Geräusch wie Meereswellenrauschen erzeugt, wenn man es richtig übt. Leider finden Katzen das nicht gerade amüsant, überhaupt auch das Getrommel. Solange sie schlafen., das ist von morgens um zehn bis nachmittags um fünf, ist also nichts mit Üben. Morgen Abend in der Jurte gibt es ein schamanisches Trommeltreffen und ich freue mich sehr darauf.
Dazu passt das Wetter auch besser, denn bei 30 Grad war es da drinnen nicht auszuhalten. Vielleicht gibt es vor der Tür noch ein Feuer, wer weiß. Holz ist da immer genug, sie machen auch Schwitzhütten. Das habe ich aber erst einmal miterlebt.
Irgendwie schön, sich im Dunkeln mit einer kleinen Gruppe zusammen zu kuscheln, in einer Höhle wie es offenbar in unseren Genen noch drin angelegt ist. Zumindest bei mir, wobei nach dem Buch: „Die Reise unserer Gene“ von Johannes Krause (Eine Geschichte über uns und unsere Vorfahren) der größere Teil unserer Gene eingewandert ist, wenn auch vor 8000 und vor 5000 Jahren. Etwas Jäger und Sammler, etwas Steppe und dann Bauern, die von Osten kamen. Von Germanen nicht viel. Das ist wissenschaftlich belegt. Ich bin wohl eine Steppenliebende.
Dieser Blick über weite Ebenen, wogende Halme, jede Gefahr erkennbar- da fühle ich mich wohl. Nur bin ich hier von hohen Bäumen umzingelt, und die Ebenen der Marsch sind am anderen Dorfende. Nun ja. Die Bäume sind wichtig. Mein Gras ist grüner, wegen der Schatten.


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