Roman von Franka Villette, rororo 2005
In diesem kenntnisreichen Roman geht es um die Steinzeit. In einer ungeheuer spannenden Geschichte wird hier die Begegnung der alten Jäger-und Sammlerkultur mit der eingewanderten jungsteinzeitlichen Bauernkultur vor ca 7000 Jahren erzählt. Den Rahmen bildet eine Ausgrabung, bei der zwei junge Archäologen durch ein Zeitloch in die frühe Zeit zurückfallen , diese am eigenen Leibe erleben und so aus ihrer Rolle der Beobachtenden herausfallen, und nebenbei auch in ihrem eigenen Leben einiges umkrempeln.
Zeitreise ist einfach die beste Idee! Vor allem wird dies auf einfühlsame Weise erzählt. Die Toten werden lebendig und sie werden alle als Menschen dargestellt, die gute Gründe haben für ihr Verhalten. Auch wenn man sich schon mit dem Thema beschäftigt hat, so sehe ich einen deutlichen Unterschied dazu, wie es hier in einem Dokumentarfilm ( mit reenactment-Szenen, z.T. auch im Steinzeitpark Dithmarschen gedreht, doch es geht auch um das Grab in Halberstadt, um das sich der Roman rankt.)
https://www.arte.tv/de/videos/080953-000-A/gewalt-und-kannibalismus
Deutlich wird auch die Sicht der Frauen und wie sich deren Stellung in den beiden Kulturen unterscheidet. Dabei ist es natürlich auch eine Theorie, ob die Jungsteinzeitler im Matriarchat lebten, es gab und gibt diese Lebensform auf jeden Fall und in dieser Form vorgestellt ist es mir sehr viel angenehmer als im Film, wo mit einem reißerischen Titel von der schlimmsten Art unmenschlichen Verhaltens ausgegangen wird. Archäologen würden ohnehin nur von Möglichkeiten sprechen, aufgrund von unbeweisbarer Sachlage.
Das Buch enthält viel Wissen aus der Forschung, doch eben auch eine weite Vorstellungskraft, die Theoretikern manchmal fehlt. Wer hätte sich nicht schon mal gewünscht, auf eine solche Zeitreise zu gehen. Vielleicht hier: https://steinzeitpark-dithmarschen.de/
Ky 22


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