Übergriffig

Ich beobachte und erlebe, dass die Sensibilität für eigene Übergriffigkeit nicht besonders gut vorhanden ist bei einigen Mitmenschen. Dafür aber die für jene der Anderen umso mehr. Das aber ist ja eher verzerrt und nicht sensibel. Als sensibel betrachte ich die Fähigkeit, aufzunehmen was feine Schwingung, Hintergrund, wahrhaftig ist. Nicht nur das Gesagte sondern mehr als das.

Was zu weit geht, ist aber auch individuell. Nur in einer Gruppe, wo es einen geschützten Raum explizit geben soll, da geht manche persönnliche Meinung zu weit, die den anderen angreift, bewertet, und verurteilt.

Ich bin wirklich froh, dass ich ein großes Fest erleben durfte, in dem Menschen Menschen waren und bleiben. Viele bekannte Gesichter, neue auch und ein Miteinander auf weitem Raum der Wiesen und kleinen Bühnen und workshops. Ich tanzte mit bei den fünf Rhythmen in einer Jurte, und bei Saunatemperatur wurde dabei manches ausgeschwitzt. Man konnte anschließend im Ententeich baden. Kinder, Hunde, Zelte, bunte Musik, Ein reichhaltiges Buffet.

Alle kamen von verschiedenen Orten, bis nach Glückstadt reichte die Weite.

Es gab einen kleinen Junenmarkt, das ist eine Art Tauschkonzept aus Frankreich, eigentlich G une, welches hier als Junen benannt wird. https://monnaie-libre.fr/An den theoretischen workshops habe ich dazu aber nicht teilgenommen…ich hatte schon genug von sowas, als ich vor 20 Jahren an einem Wohnprojekt teilnahm.

Ich glaube, ich eigne mich nicht wirklich für solche Gemeinschaften, in denen alles abgesprochen werden muss und Regeln und so weiter. Schon Räume mit dreißig Leuten eng beieinander und stundenlanges Gerede überfordert mich einfach. Aber einzeln hab ich sie alle lieb, naja nicht alle natürlich. Ich denke auch manches was ich nicht sage.

Ich hörte eine schöne Musik, ein Paar die sich virtutes nennen, sie ist eine dänische Sängerin. Der Name kommt von den sieben Tugenden. Auch Ilan https://www.youtube.com/@Louiscabala hat uns schön besungen mit „good vibrations“ und zusammen mit Maike und Chris. Am schattigen Waldrand wurde getrommelt.

Viele Gemeinschaften, die seit etwa dreißig Jahren oder länger bestehen, auch damals Aufbruchszeit, leiden mittlerweile an Alterung….junge Leute legen sich nicht so früh fest und nicht mehr auf einen Ort. Dafür aber gibt es Gruppen für workaways und Wohnen gegen Hand u.a., die das zeitweise möglich machen.

Aber gerne malte ich am großen Gemeinschaftsbild mit, das Motto „Voneinander füreinander“ . Ausschnitte auf den Bildern.

Ich mag es aber auch nicht, wenn meine Ecke „übermalt“ wird. Von wegen Übergriff. Kann es gelingen, geht es gut, oder auch nicht,. Die Balance zu finden ist nicht so leicht.

Gefreut habe ich mich auch über zwei Bücher, die ich mit geschenkten Junen ertauschen konnte. „Die 13 Original Clan Mütter“ von Jamie Sams sowie „Medizin für diese Zeiten“ von Cambra Skade. https://wordpress.com/reader/feeds/105585557, die auch hier ihren blog betreibt und viele schöne gehaltvolle Künsterinnenbücher gemacht hat.

Danke

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