Touristen

Tourist ist eigentlich kein schlechtes Wort. Jemand ist auf Tour- auf einer Reise. Ich werde selber auch Touristin sein. Eine Reisende bin ich immer, so innerlich. Die Art zu gucken und zu erleben, die bleibt. Gestern habe ich meinen alten Stamm besucht. https://www.sat1regional.de/artikel/steinzeitdorf-in-albersdorf-wie-war-das-leben-vor-6-000-jahren?autoplay=true

Ein Stamm der Reisenden, Zeitreisenden, veränderlich und dennoch so friedlich und angenehm. Kinder, junge Leute, Interessierte – schön, dass es das gibt.

workshops, Ideen, und sicherlich anders als vor 6000 Jahren.

Anders war jedenfalls der Abend, an dem ich Friedrichstadts Festtage besuchen wollte. Ich dachte, mich tritt ein Pferd…Solche Massen von großen Leuten, Familien, Ströme, Horden, und vor allem – Autos! Es gab keine Parkplätze mehr, ich bin sowas nicht gewöhnt und fuhr staunend herum. Ich schaffte es bis zum Marktplatz, um schleunigst wieder zu verschwinden. Und da auf dem Weg kamen mir noch mehr von ihnen entgegen. Das waren keine Touristen, sondern ganze Dörfer aus der Gegend. Der Lampionbootskorso soll wirklich sehr schön sein. Ich war heilfroh als ich aus der Stadt wieder raus war, selbst an der Brücke alles zugeparkt, und draußen am Land gähnende Leere. Strohballen soweit das Auge reicht, Schwärme von Krähen, die sicher auf ihren Bäumen in der Stadt tot umfallen, wenn die Band beginnt zu spielen.

So wie ich.

Ich träumte dann tatsächlich von einem toten Freund, der einmal Friedrichstadtführer gewesen war, er ließ sich selten etwas entgehen.

Wie immer saß er im Cafe bei seinem dritten Espresso. Ich glaube nicht, dass er in der Unterwelt gelandet ist, so klug und Trickster, der er war.

Aber die Unterwelt hielt Einzug , nun ja in ein Städtchen, das immer so nett und ordentlich bemüht ist, einen guten Eindruck zu machen. Ich werde mich dann lieber an die Kulturnacht halten, da ist es ganz anders. https://kulturnacht.sh/

Auch der Kunstgriff in Dithmarschen findet dieses Jahr schon früh statt, ab 21. August. Hurra, denn das ist vor meiner Reise. Die Reise, ich lege Wert darauf, dass es kein „Urlaub“ ist, denn ich bin nicht erwerbstätig, und meine Gründe zu reisen, sind nicht Erholung. Im Gegenteil, ich finde es sehr anstrengend. Aber nach drei Jahren wieder „meine“ Insel zu sehen, treibt mich an. Wer weiß, wie lange ich das noch kann, ob ich es noch kann…

Und diese plötzlichen Regentage, obwohl uns eine Hitzewelle angekündigt wurde, machen mich irre.

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