Ich war wieder einmal in der größeren Bücherhütte am Bahnhof, wo offenbar ein Mensch meines Alters entweder umgezogen war oder verstorben, es fand sich jedenfalls eine Menge interessantes Büchermaterial. Ich finde es immer gut, Büchern die Ehre zu geben. Die Bildbände allerdings mit dem leicht säuerlichen Geruch, die haben uns heutzutage sehr unscharf anmutende Fotografien. Aber sie waren doch die ersten, die es gab über Tibet, ein unbekanntes Land.
Über den Abglanz alter Zeiten unserer eigenen Jugend berichten die Romane „Yesterday“ von Lars Saabye, 1984 in Oslo erschienen, sowie von Eva Demski: „Scheintod“, ebenfalls 1984 erschienen. Der letztere – Eva Demski ist schon eine Klasse für sich! – berichtet aus Sicht seiner Frau das Leben und den Tod eines Anwaltes, der sich um 1974 herum für die linke Szene und die kleinen Leute einsetzte. Die Sicht der Frau- beide werden die Frau und der Mann genannt, ohne Namen, ein besonderes Mittel- sie ist sezierend, ins Innerste hinein, und wir werden sehen, wie weit sie hineingezogen wird in sein Vermächtnis.
Links war damals, was mir heute verdächtig anders vorkommt: ihr Hass auf „das System, den Staat, die Regeln“ und die Argumente, die mir heute wie damals unverständlich blieben aufgrund der Sprache. So wie er heute vorgebracht wird, sind gar keine Argumente mehr nötig. Phrasen werden auf beiden Seiten wiederholt, mir kommt es zu den Ohren raus und ich möchte manchen manchmal eine scheuern, so bekloppt finde ich dieses Gegeneinander. Es spielt sich in meiner nächsten Nähe ab, wo es doch viel Verbindendes gäbe so wie die Konzerte, auf die man gemeinsam geht. Über die Zeit der Beatles geht es im Roman “ Yesterday“ und wie sehr sie junge Leute aus dem Muff alter Zeiten herausholten.“ Revolution“ sangen auch sie, und heute geht es wieder ab in Frankreich, wo derzeit im Oktober 2026 die Jugend auf der Straße ist, eine andere Jugend .


Eva Demski, Eva Demski, Eva Demski … woher kenne ich den Namen? Der Roman sagt mir nichts, aber … ich rufe Wikipedia auf und falle über einen Buchtitel mit „Katzen“. Richtig! Mein Bücherregal spuckt ein Insel TB aus, das Wikipedia nicht listet, und das Buch wandert sofort auf meinen Leseplatz. Ich bin gespannt. Vielleicht lese ich ja noch mehr von ihr, die Bücherhallen haben einiges, auch „Scheintod“. Danke für den Tipp und danke natürlich für die Etüde! 😉
Nachmittagskaffeegrüße 😀
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jetzt hast du mich damit Überrascht! Ich komme gar nicht mehr drauf, welches Buch ich von ihr kannte! Ich denke, dass sie da viel über ihren eigenen verstorbenen Mann schrieb im Roman…
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