Da gibt es einige verrückte Sachen. Ich fuhr eine Strecke übers Feld, und in der Vorabenddämmerung ging der helle Vollmond auf in einem noch hellen Himmel. Direkt vor mir, und er schien riesig! Ein gutes Foto konnte ich nicht machen, denn das ginge nur mit einem Teleobjektiv. Anhalten kann man auf der schnurgeraden Straße auch schlecht. Die Windmühlen waren weit weg und sahen winzig aus neben dem Mond. Doch je näher ich ihnen kam, umso kleiner wurde der Mond. Also neben einer großen Mühle, die ihn überragte, sah er plötzlich klein aus. Später dann sah er wieder größer aus!
Auf den Feldern sind nun viele Schafe. Wasser steht hoch in den Gräben.
Ein Phänomen sind auch die neuen Wörter. Also mir neu und gehäuft benutzt. Das Unwort des Jahres wäre für mich „historisch“. Alles ist auf einmal historisch, sämtliche Journalisten haben das Wort entdeckt, ob Wahlen oder Wetterereignisse- egal. Sie sind historisch, obwohl das doch eindeutig nur aus der Zukunft gesagt werden kann. Denn Historie ist Vergangenheit.
Diese Ungenauigkeit! Man kann sagen, erstmalig oder einmalig, oder…aber historisch, wie man weiß aus Romanen zum Beispiel, sind nur solche , die in einer Vergangenheit spielen. Ob man in Zukunft diese Ereignisse als historisch beurteilt, müssen wir also erst einmal abwarten oder werden es auch gar nicht mehr mit erleben.
Dann werden wir alle in biodeutsch oder „andersdeutsch“? umbenannt. Vielleicht ist mein Hund ein Biowolf. Also ein Originalabkömmling von Wölfen und wir sind Biodeutsche, wenn auch mal von Polen abstammend, vielleicht, weil das früher war als jetzt. Denn ab jetzt zählen eingeborene Deutsche als Biodeutsche. Aber wer weiẞ.
Ich komme mit der Sprache nicht mehr mit und die neuen Bands kenne ich auch alle nicht mehr. Die machen aber gute Musik! Ich schaue Festivalkonzerte auf arte TV, wow. Also wow und krass und geil, sowas sage ich noch. Ist wohl veraltet.
Was aber moshpits sein sollen, war mir nicht bekannt. Der Sänger von Kaffkiez auf der Bühne sagte das an, und dann bildeten sich in den Massen von Leuten, die ja alle tanzten, so Kreise, in denen es leer in der Mitte war und dann konnten sie aufeinander zutanzen. Und wieder auseinander. So wie früher bei den Kreistänzen im Volkstanz. Ist meine Vermutung wohl richtig?
Wir halten es ja lieber mit den alten Bands , die schon 30 Jahre spielen, und die Musik unserer Jugend machen. Ich hoffe, ich krieg die Karten für Colour Haze, zum 66ten Geburtstag meines Freundes. Da tanzen wir dann bestimmt , vor der Bühne rum. Also mit den Kommas komme ich auch nicht mehr klar. Da selbst in Büchern Kommas sind an Stellen, die ich für falsch erachten würde – ich war immer stolz darauf, dass ich das konnte – mache ich das jetzt auch mal ganz frei. Merkt ja eh keiner mehr.
Der Sturm ist fast vorbei, ich habe Blätter gefegt, und dann kam ich in den einzigen Schauer des Tages. Mitten beim Großeinkauf.


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