Der Rauch traf sich mit den Strahlen der untergehenden Sonne, einen Moment lang. Feuer machte ich nur, um die Würstchen zu grillen.
Es sind die Momente, nach denen ich mich gesehnt hatte, heiß und trocken, für mich beginnt nun das leben. Für die Kröte sieht es anders aus, sie hatte sich in der Erde verbuddelt und ich hielt sie plötzlich in der Hand beim Umtopfen. Es gibt ja genug schattige feuchte Plätze hier. Erdbeeren werden rot über Nacht, Kürbispflanzen strecken Tentakel aus und die Rosenblüten duften und zerfallen. Ich kann eigenen Koriander auf den Salat tun, und Basilikum.

Vorgestern kam der Freund vom Schafescheren wieder mit einem großen Sack voller Wolle direkt vom Schaf, Also Wolle, die dreckig, fettig und irgendwie gut riechend irgendwie wohin musste. Ich wusch und wusch und trocknete und stopfte Kissen voll und der Rest bleibt erst mal in dem Schuppen.
Manche Kissen bekommen noch Salbeiblätter oder Melisse.

Es tut gut, in der Natur zu wirken, wenn ich alles nach meinen Möglichkeiten ausrichten kann. Also arbeiten früh morgens, dann ganz lange Siesta und viel trinken. Für die Menschen von der Müllabfuhr und der Straßenreinigung sieht es anders aus, die in voller Montur in der prallen Sonne stehen. Man stöhnt schon wieder, nachdem man zuvor über den harten Winter, den vielen Schnee, den vielen Regen gestöhnt hatte.
Ich nicht. Bei Sonne gehe ich in den Schatten und beschwere mich nie! Die Badestelle am Fluss ist überfüllt, aufblasbare boards und Gummiboote, Jungvolk vom Dorf…

Meine Außenküche ist auch eine Erinnerung an Spanien. Das Brodeln des Kaffees jedes Mal ein Ritual. Mein persönliches Teneriffa, eine Zelebration, und nun frage bloß keiner wie so oft geschieht: Warum gehst du denn da nicht wieder hin?
Endlich Rente aber nie genug, endlich Zeit aber Haus Katzen Liebe und auch viele andere Gründe halten mich in diesem Ort, der auch einer ist, wo andere Urlaub machen. So viele müssen sich nach Meer sehnen, hier ist es vor der Haustür. Zwar das falsche, aber ich beschwere mich ja gar nicht.
Hier ist family, das ist nicht selbstverständlich. Das erfordert Einlassen und Zeit nehmen und Beständigkeit, ein Fremdwort meines bisherigen Lebens. Dieser Ort hat mich vielleicht gebraucht.


Schön. Es klingt nach sich beheimaten. Für nomadische oder poseidonische Seelen nicht einfach, aber eine wirklich gute Entscheidung (ich übe auch noch).
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